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Kiezblocks für Berlin
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aktive Kiezblocks-Initiativen    Kiezblock politisch beschlossen [34]    Kiezblock (teilweise) umgesetzt [5]

Kiezblocks

Unsere Städte entfernen sich seit Jahrzehnten immer weiter von den Bedürfnissen der Menschen. Es mangelt an Platz, an Sicherheit und an Aufenthaltsqualität. Der öffentliche Raum ist zu einem bloßen Transitort geworden. Mit Kiezblocks wollen wir die Straßen wieder für alle Menschen öffnen.

Ein Kiezblock ist ein Wohngebiet ohne Kfz-Durchgangsverkehr. Durch Maßnahmen wie Durchfahrtssperren, Einbahnstraßen oder Tempolimits wird verhindert, dass Autofahrer*innen einen Kiez nur als Abkürzung nutzen. Stattdessen wird der reine Durchgangsverkehr auf die Hauptstraßen geleitet, wo er gemäß Stadtplanung auch hingehört. Menschen können natürlich weiterhin mit dem Auto in den Kiezblock hineinfahren und alle Gebäude im Kiezblock sind weiterhin für Rettungsfahrzeuge, Müllabfuhr, Lieferverkehr etc. erreichbar.

  • Weniger Autoverkehr in den Wohnvierteln bedeutet weniger Luftverschmutzung und weniger Lärm.
  • Die Straßen werden sicherer und insbesondere Familien und Ältere können sich entspannter im Kiez bewegen.
  • Eine vielfältige Nutzung der gewonnenen Flächen ist denkbar: für Sitzgelegenheiten, Begrünung und Stadtplätze, um die Aufenthaltsqualität der Anwohner*innen zu erhöhen. Nachbar*innen begegnen sich wieder, das Gemeinschaftsgefühl und der Austausch im Kiez werden gestärkt
  • Der Lieferverkehr funktioniert besser, wenn weniger Parkflächen durch private Pkw belegt sind und Lieferzonen ausgewiesen werden sowie der Durchgangsverkehr in den Nebenstraßen sinkt.
  • Langfristig steigen mehr Menschen vom Auto auf andere Verkehrsmittel um und diejenigen, die weiterhin auf ein Auto angewiesen sind, profitieren vom reduzierten Verkehrsaufkommen.
  • Für Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr werden die Verbindungen attraktiver und zeitsparender, wenn der Bedarf steigt.
  • Schließlich sind Kiezblocks ein großer Gewinn für das lokale Gewerbe. Alles ist bequem ohne Auto erreichbar und die Menschen tätigen ihre Einkäufe und Erledigungen wieder entspannt im eigenen Kiez, statt dafür mit dem Auto an das andere Ende der Stadt zu fahren. Lebensmittelgeschäfte, Cafés und der Buchladen um die Ecke können weiter existieren und machen den Kiez lebendig.
  • Ganz nebenbei ist ein Kiezblock natürlich ein wichtiges Element der nachhaltigen Stadt von morgen. Denn weniger Autos, kürzere Wege und mehr Grünflächen schützen auch das Klima.

Es gibt bereits viele Initiativen zu Kiezblocks in Berlin. Anwohner*innen entwickeln Pläne, wie der Verkehr durch ihr Wohnviertel fließen soll. Das Konzept wird dann dem zuständigen Bezirk vorgelegt. Ein bewährtes Instrument ist der Einwohner*innenantrag, bei dem Ihr der Politik durch 1.000 Unterschriften von Menschen aus Eurem Kiez (bzw. aus dem Bezirk) zeigt, dass Ihr viele seid, die sich für ihren Kiez einsetzen. Wir haben Hilfsmaterialien erstellt, die den Weg von der Idee bis zum fertigen Einwohner*innenantrag beschreiben.
Dabei ist es wichtig, sich auch mit angrenzenden Kiezen zu vernetzen.

  • Auf diese Weise könnt Ihr bei der Unterschriftensammlung Eure Kräfte bündeln, denn alle Menschen, die in Eurem Bezirk gemeldet sind, können für Euren Kiezblock unterschreiben.
  • Außerdem ist ein gemeinsames Vorgehen stadtplanerisch sinnvoll, damit der Autoverkehr nicht einfach nur woanders hin ausweicht. Denn nur wenn unsere Stadt aus vielen Kiezblocks besteht, nimmt der motorisierte Individualverkehr ab. Damit sinkt der Verkehrsdruck überall in den Kiezen und auf den Hauptstraßen. Auf diese Weise schaffen wir eine sozial gerechte Mobilitätswende, von der alle profitieren und nicht nur einige wenige Menschen in Modell-Kiezblocks.

Du willst dich engagieren? Dann schreibe uns eine Mail.

 

Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Wir haben „Empfehlungen für Superblocks“ (ESu) erarbeitet. Mit diesen wurden bundesweite Standards für die Einrichtung von Kiezblocks veröffentlicht.

Hier findest Du nützliche Tools, um die Verkehrswende auf die Straße zu bringen.

Gibt es in meinem Kiez schon einen Kiezblock?