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Nach über einem Jahr und zehntausenden freiwilligen, unbezahlten Arbeitsstunden ist die neueste Ausgabe der „Empfehlungen für Superblocks“ (ESu) fertig. Die „Fachgruppe Standards für die
Mobilitätswende” (FGSM) bei Changing Cities hat die Empfehlungen erarbeitet, die wiederum in einer Konsultationsphase öffentlich diskutiert und verbessert wurden. Am 11. Juni wird der 90-seitige
Leitfaden auf einer Veranstaltung in Berlin veröffentlicht.

Im Gegensatz zu den Regelwerken für verkehrliche Infrastruktur, die vorwiegend von der  Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. (FGSV) erarbeitet werden (z. B. RASt, EFA, E Klima), setzt die FGSM auf moderne und innovative Bereiche der Mobilitätswende. Wissenschaftliche Erkenntnisse über die Folgen des Klimawandels sowie praktische Erfahrungen, die bundesweit und im europäischen Ausland in Superblock-Projekten gesammelt wurden, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die ESu richtet sich an alle, die sich mit der Gestaltung lebenswerter Quartiere beschäftigen – an Planer*innen aus Verwaltung und Büros, Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und natürlich an alle Kiezblock- und Superblock-Initiativen. 

„Mit der neuen ESu hat die Zivilgesellschaft wieder bewiesen, welche Kraft in ihr steckt. Wenn wir zusammenarbeiten, schaffen wir es. In einem kollaborativen Prozess kann es gelingen, vielfältige Perspektiven zu berücksichtigen, damit die Mobilität und die Städte der Zukunft sicherer, klimaneutral und gerechter werden. Diese Ausgabe hilft bei der beschleunigten Umsetzung von Superblocks,“ kommentiert Florian Keiper von Changing Cities.

Die ESu ist ein Regelwerk, das klare Planungsziele definiert und den Weg von der Verkehrsberuhigung bis zum klimaresilienten Wohnviertel beschreibt. Seit 2019 überträgt Changing Cities das planerische Konzept des Superblocks aus Barcelona auf die Situation in deutschen Städten. Mehr als 100 Superblocksinitiativen setzen sich bundesweit für lebenswerte Stadtviertel ein – entsprechend bunt sind die lokalen Begrifflichkeiten: In Berlin laufen sie unter dem Namen „Kiezblocks“, in Hamburg heißt es „Superbüttel“, in Köln „Superveedel“, in Leipzig und Wiesbaden „Superblock“, in Darmstadt „Heinerblocks“ und in Freiburg „Freiblocks“. 

Am 11. Juni stellt das Autor*innenteam die wesentlichen Inhalte aller Kapitel vor. Unterstützt werden sie von weiteren Expert*innen, darunter Christopher Schriner (Bezirksstadtrat Berlin-Mitte), Thomas Hug di Lena (Planungsbüro Urbanista, Schweiz), Regina Vollbrecht (Bezirksbeauftragte für Menschen mit Behinderung) und Dr. Janna Ringena (Rechtsanwältin und Expertin für Verkehrsrecht). 

Wann: Donnerstag, den 11. Juni 2026, 18 bis 20 Uhr Bühnenprogramm, 20 bis 21 Uhr Getränke, Snacks und Austausch.
Wo: Kiezraum Dragonerareal (hinter der LPG), Mehringdamm Ecke Oberntrautstr., 10963 Berlin. Der Raum ist ebenerdig, keine Stufen. Toilette geräumig.

Anmeldung (bis 10.6.2026)