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#Kiezblocks, jetzt auch mit Goldstandard!

Es gibt inzwischen 65 Kiezblocks-Initiativen in Berlin. Der Begriff ist ein Teil der Berliner Alltagskultur geworden: höchste Zeit für die Erfinder*innen bei Changing Cities, das Verkehrskonzept mit Standards zu unterfüttern. Am Dienstag, den 21. März stellt der Verein dazu ein Papier vor und lädt zur Diskussion mit Aktivist*innen, Behörden und Planer*innen ein.

Seit drei Jahren läuft die #Kiezblocks-Kampagne von Changing Cities. Sie hat tausende Berliner*innen bewegt, sich für ihr Quartier einzusetzen, um den Kfz-Durchgangsverkehr in ihrem Wohnviertel aufzulösen. Doch den Pilotprojekten in den Bezirken droht die planerische Beliebigkeit: Manchmal werden schon einige unwirksame Einbahnstraßen als vermeintlicher „Kiezblock“ gefeiert. Eine Fachgruppe im Verein hat daher offene Standards entwickelt, die das Planungsprinzip Kiezblock definieren und seine bundesweite Weiterentwicklung ermöglichen. Um die Umsetzung zu erleichtern, schlagen die Initiator*innen nun drei Standardstufen vor, die einen #Kiezblock ausmachen: den Mindeststandard, den Regelstandard und den Goldstandard.

„Mit den Standards wollen wir eine klare Vorgehensweise schaffen. Durch den pragmatischen Mindeststandard sind #Kiezblocks schnell und flächendeckend umsetzbar. Der Regelstandard ist ein rechtlich abgesichertes Set von Maßnahmen für schöne und klimagerechte Kieze, und mit dem Goldstandard überholen wir Barcelona und Kopenhagen in Sachen Mobilität und Lebensqualität“, sagt Hans Hagedorn, der leitende Redakteur der „RAKi 23“ (Richtlinien für die Anlage von Kiezblocks) von Changing Cities.  

Die Senatsverwaltung entwickelt aktuell einen Leitfaden, der den Bezirken helfen soll, Kiezblocks zu gestalten. Die Fachempfehlungen von Changing Cities ergänzen diese Materialsammlung um eine klare Schrittabfolge, mit denen die Bezirke schnell und wirksam die Wohnviertel vom Autoverkehr entlasten können, ohne die umliegenden Hauptverkehrsstraßen zu belasten.

Normalerweise werden solche Normen für den Straßenverkehr von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V. (FGSV) erarbeitet. In diesem Verein ist autozentriertes Denken noch sehr verankert. Seine Empfehlungen werden oftmals ohne demokratische Kontrolle übernommen und sind für die Straßenplanung quasi verbindlich.

„Mit RAKi 23 legt die Zivilgesellschaft Normen für Kiezblocks vor. Selbst als Mobilitäts-NGO haben wir kaum Chancen, in der FGSV aufgenommen zu werden. Deswegen haben wir entschieden, selber aktiv zu werden. Am Dienstag, den 21. März stellen wir unsere Empfehlungen zur Diskussion und freuen uns sehr über Anregungen von außen“, kommentiert Inge Lechner  von Changing Cities.

Die Veranstaltung findet voraussichtlich in der Stadtwerkstatt, Karl-Liebknecht-Straße 11, 10178 Berlin-Mitte, um 19 Uhr statt. Eine Einladung folgt.

Ansprechpartnerin Changing Cities e.V.:Ragnhild Sørensen, gro.s1718403767eitic1718403767-gnig1718403767nahc@1718403767nesne1718403767reos.1718403767dlihn1718403767gar1718403767, +49 171 535 77 34

Weiterführende Links:
Richtlinien für die Anlage von Kiezblocks – RAKi 23
Über die Rolle der FGSV
Informationen zu Kiezblocks
Bilder zur kostenlosen Nutzung für die Presseberichterstattung

Über Changing Cities e.V.: Wir fördern zivilgesellschaftliches Engagement für lebenswertere Städte. Das bislang größte Projekt von Changing Cities e.V. ist der Volksentscheid Fahrrad in Berlin, mit dem es 2016 gelang, die Berliner Verkehrspolitik zu drehen und das bundesweit erste Mobilitätsgesetz anzustoßen. Changing Cities e.V. unterstützt landes- und bundesweit Bürger*inneninitiativen, die sich im Bereich nachhaltige Verkehrswende und lebenswerte Städte einsetzen, mit Kampagnenwissen oder stößt solche Initiativen an. Changing Cities ist als gemeinnützig anerkannt.